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| Liebesdrama zwischen Hamburg und Istanbul |
16.02.2004
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Berlin (AP) Der deutsche Überraschungssieger der 54. Internationalen Berliner Filmfestspiele ist Fatih Akins Liebesdrama «Gegen die Wand». Der in Hamburg und Istanbul spielende Film des 30-jährigen Regisseurs beeindruckte das Berlinale-Publikum wie auch die Jury mit der Geschichte einer jungen Deutschen türkischer Abstammung, die einen älteren Mann gleicher Herkunft heiratet, um ihrer religiös-traditionalistischen Familie zu entkommen.
Kennen gelernt haben sich die beiden Protagonisten in einer Klinik, in der sie nach jeweils gescheiterten Selbstmordversuchen gelandet waren. Cahit, als gebrochener Charakter gespielt von dem markanten Birol Ünel, lässt sich nur widerstrebend von der hübschen Sibel, von der Schauspieldebütantin Sibel Kekilli eindrucksvoll verkörpert, zur Eheschließung überreden. Das Paar inszeniert für Sibels misstrauische Familie der Tradition gemäß eine aufwendige Hochzeit, lebt aber vorerst nebeneinander her. Beide treiben Sex mit anderen Partnern, doch nicht miteinander.
Als Cahit sich schließlich auf die Reize seiner Frau einlässt und sie lieben lernt, mündet das in eine Katastrophe: Er erschlägt einen ehemaligen Liebhaber von Sibel und muss ins Gefängnis. Die verzweifelte junge Frau, von ihrer Familie nun verstoßen, sucht ihr Lebensglück in Istanbul. Die Erfahrungen dort sind allerdings ernüchternd. Sibel flüchtet in Drogenkonsum, wird vergewaltigt und niedergestochen. Cahit sucht nach seiner Haftentlassung Kontakt zu ihr. In Istanbul treffen sie sich wieder, Sibel hat inzwischen eine Tochter. Welche Zukunft beiden bestimmt ist, bleibt offen.
Der türkischstämmige Regisseur, der 1998 mit seinem Kinodebüt «Kurz und schmerzlos» Furore machte, lieferte mit seinem erfolgreichen Berlinale-Wettbewerbsbeitrag ein abwechslungsreiches Melodrama ab. Dessen Hauptfiguren wechseln auch sprachlich zwischen zwei Kulturen, ohne in einer von ihnen wirklich heimisch zu sein. Der Film hat durchaus Schwächen wie zum Beispiel all die Sex- und Gewaltszenen, die dramaturgisch keineswegs so zahlreich zu sehen sein müssten. Auch die Figur des notorischen Verlierers Cahit wirkt überkonstruiert.
Doch gibt es viele genaue und erhellende Beobachtungen aus der Welt der Deutschtürken, die übrigens in Istanbul offenbar mehr fremdeln als in Hamburg. Ob der Film abseits der Berlinale auch im Kino eine Chance bei einem größeren Publikum haben wird, muss sich ab 22. April zeigen, wenn der Goldene Bär-Gewinner der Berlinale in die Kinos von Flensburg bis Konstanz kommt. Interessant wird sein, wie der Film von den Türken in Deutschland aufgenommen wird, rührt er doch an einigen Tabus in traditionalistischen Kreisen.
Quelle: Berlinale
http://www.berlinale.de
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| Müssen wir Antalya nun umbenennen? |
12.02.2004
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Türkische Stadt streitet über Sexualmoral eines antiken Königs
Im Stadtrat des türkischen Tourismuszentrums Antalya hat man derzeit merkwürdige Sorgen. »König Attalos war kein Perverser«, versicherte Bürgermeister Bekir Kumbul auf einer Pressekonferenz in dieser Woche.
Aktuell ist diese Frage nicht gerade, liegt die Regierungszeit von König Attalos II. von Pergamon doch schon mehr als 2100 Jahre zurück. Neue Brisanz hat sein Tun und Treiben im zweiten Jahrhundert vor Christus nun aber bekommen, weil Antalya seinem Begründer ein Denkmal setzen will - und nicht alle Einwohner einverstanden sind.
Mit Demonstrationen und Denunziationen protestieren Bürgervereine gegen den hellenischen Namensgeber ihrer Stadt und seine vermutete Sexualmoral. »Müssen wir unsere Stadt denn nun umbenennen?«, wehrt sich der Bürgermeister mit Ironie. Attalos II. regierte das Pergamenische Reich von 159 bis 138 vor Christus. Als eine seiner ersten Amtshandlungen gründete er im Jahr 158 vor Christus als Flottenstützpunkt eine Stadt an der kleinasiatischen Mittelmeerküste, die er nach sich selbst Attaleia benannte - woraus im Laufe der Jahrhunderte zunächst Adalia und schließlich Antalya wurde.
Bei einer landesweiten Kampagne zur »Entwicklung städtischer Identität« für die türkischen Kommunen besannen sich die Stadtväter von Antalya im vergangenen Jahr auf den illustren Begründer und gaben ein Denkmal des Königs in Auftrag, das in diesem Monat aufgestellt werden soll. Doch die Statue war noch nicht fertig, als der Ärger begann. Einem »Perversen« wolle der Stadtrat im Herzen von Antalya ein Denkmal setzen, protestierten die Vertreter mehrerer Dutzend nationalistischer Vereine bei einer Kundgebung, als städtische Arbeiter in dieser Woche den Sockel für die Statue an einem Stadttor aufstellten.
Worin die Perversion des hellenischen Herrschers bestanden haben soll, konnten die Demonstranten zwar ebensowenig benennen wie ihre historischen Quellen. Dass ihr Protest sich gegen eine vermutete Homosexualität des Herrschers wende, dementierte ihr Wortführer Ahmet Cicek von der Seldschukischen Stiftung jedenfalls nach einem entsprechenden Vorwurf des Bürgermeisters. Auch an der Kleidung des Königs kann es nicht liegen, denn der ursprünglich nackten Statue war nach früheren Protesten am Entwurf noch hastig ein Lendenschurz umgelegt worden.
Pervers sei der König dennoch gewesen, weshalb er im Stadtbild nichts zu suchen habe, beharren die Kritiker. Sie fordern, die Stadt solle anstelle von Attalos einen türkischen Befreiungskämpfer gegen die italienische Besatzung von Antalya nach dem Ersten Weltkrieg ehren - ein Hinweis darauf, dass es ihnen bei ihrem Widerstand weniger um die sexuellen Praktiken des antiken Königs geht als um dessen hellenische Herkunft: Mit der hellenistischen Vorgeschichte ihres Landes tun sich türkische Nationalisten bis heute schwer. »Wir tragen seit 2162 Jahren den Namen von Attalos«, entgegnete Bürgermeister Kumbul auf seiner Pressekonferenz. Kumbul beschwor die Bürger von Antalya, nicht auf die Verleumdungskampagne gegen Attalos hereinzufallen, die mit Blick auf die im März anstehenden Kommunalwahlen von »Fanatikern« geführt werde. »Attalos war der Gründer von Antalya, er war Anatolier«, betonte der Bürgermeister. »Und im Ergebnis gehören alle Kulturen dieses Landes zu uns.« Ganz ungeschützt mögen sich die Stadtväter dennoch nicht dem nationalistischen Vorwurf des Hellenismus aussetzen: Neben die Statue von Attalos II. soll ein Denkmal für Giyaseddin Keyhüsrev gesetzt werden - den Seldschuken-Sultan, der Antalya im Jahr 1206 von den Byzantinern eroberte.
Quelle: Netecho
http://www.netecho.info/schlagzeilen/ |
| Vinolive: Neue Messe im März in Izmir |
10.02.2004
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Vom 11. bis zum 14. März öffnet die neue Messe für Käse, Wein, Oliven und Olivenöl erstmals in Izmir ihre Pforten. Ziel ist es, durch das Zusammenbringen der Produktgruppen wirksam auf ihre Potentiale auf dem türkischen und ausländischen Märkten aufmerksam zu machen. Zur Messe, deren Vorbereitungen bereits zwei Jahre zuvor begonnen wurden, werden auch ausländische Einkäufer erwartet, auch wenn der Messeveranstalter IZFAS hinscihtlich der Beteiligung im ersten Jahr zurückhaltende Erwartungen zeigt.
Quelle: Dünya |
| Bauhaus seit 1996 in der Türkei |
09.02.2004
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In der vergangenen Woche feierte die Baumarkt-Kette Bauhaus das 8. Jubiliäum ihres Türkei-Engagements. Die Märkte in der Türkei bieten ihren Kunden mehr als 80.000 Produkte, ein wesentlicher Teil davon aus der Produktion türkischer mittelständischer Betriebe. Insgesamt beschäftigt Bauhaus in drei Märkten mehr als 600 Personen. Bauhaus setzt in der Türkei auf Expansion - in den kommenden Jahren sollen pro Jahr zwei neue Märkte errichtet werden.
Quelle: Dünya |
| Lederprodukte für Hugo Boss |
02.02.2004
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Akdede Deri arbeitet für Hugo Boss
Der Hersteller von Lederprodukten aus Izmir, der bisher Aufträge in Höhe von 2 Mio. Dollar bis zum Jahresende vorweisen kann, zielt neben dem Ausbau der Zusammenarbeit mit Hugo Boss vor allem auf eine Erweiterung der Aktivitäten auf dem italienischen Markt. Neben Hugo Boss liefert Akdede Deri auch Produkte für eine Reihe weiterer weltweit bekannter Marken.
Quelle: Aksam |
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