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Dschelaleddin Rumi
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Dichterporträt
Mevlana Celaleddin Rumi
Jalal al-Din Ibn Mohammad Ibn Husain al-Rumi (auch „Mevlana“ genannt, was im Türkischen soviel wie „unser Herr“ bedeutet) wurde am 30. September 1207 in der Stadt Balkh geboren, im damaligen türkischen Staat der Harzemsahs (heutiges Afghanistan). Sein Vater Baha al-Din zählte zu den großen religiösen Gelehrten der damaligen Zeit. Er war unter dem Namen "Sultan der Gelehrten" bekannt. Aber da seine Lehren nicht mit den herrschenden Lehren im Staat der Harzemsahs in Einklang zu bringen waren, musste er mit seiner Familie die angestammte Heimat verlassen. Nach Jahren der Wanderschaft ließ sich die Familie – Rumi war inzwischen etwa 20 Jahre alt – im anatolischen Konya nieder. Im Anatolien des noch jungen 13. Jahrhunderts erwartete die Familie ein multikulturelles Umfeld geprägt von türkischen, römischen, iranischen, kurdischen und arabischen Einflüssen. Selbst Gelehrter, legte Baha al-Din großen Wert auf die Ausbildung seines Sohnes, die diesen nach Aleppo und nach Damaskus führte. Bereits im Alter von 24 Jahren wurde Rumi als Professor an die Madrasah (Islam-Schule) in Konya berufen, wo er die Nachfolge seines verstorbenen Vaters antrat.

Neben dem multikulturellen Umfeld hatte die Begegnung mit dem Wanderderwisch Shams ad-Din Muhammad Tabrizi im Jahr 1244 großen Einfluss auf sein dichterisches und philosophisches Werk. Der seit Jahren verheiratete Rumi verliebte sich in den Derwisch, was in Sufi-Kreisen durchaus nicht ungewöhnlich war, und ließ sich von ihm in die Geheimnisse der Sufi-Liebe einweihen. Hiervon zeugen mehr als 3 000 Gedichte, Parabeln und Geschichten. Nachdem der Geliebte 1246 einem Mordkomplott zum Opfer fiel, widmete sich Rumi noch stärker der Dichtkunst und der islamischen Mystik mit Hilfe von Tanz und Musik. Im Jahr 1249 glaubte Rumi in seinem Schüler Salah ad-Din Zarkub, einem Goldschmied aus Konya, die Verkörperung des toten Geliebten zu erkennen. Damit hatte sich für Rumi eine neue „alte“ Quelle der Inspiration aufgetan, die bis zu seinem Tod nicht versiegen sollte. Am 17. Dezember 1273 starb Rumi in Konya und hinterließ ein umfangreiches dichterischen Werk.

Obwohl in dem Haus seiner Geburt Türkisch gesprochen wurde, ist der größte Teil seines Lebenswerkes auf Persisch verfasst, da seine Dichterausbildung in dieser Sprache erfolgte. Lediglich in seiner Liebeslyrik sind auch griechische und türkische Verse zu finden. Rumis große Leistung ist die umfassende philosophische Auseinandersetzung mit dem Islam und dem Tasawwuf (auch Sufismus). Diese geschieht vor allem in seiner Poesie und durch seine berühmte Mesnevi (auch Mathnawi), ein Buch, in dem er Lösungen zu vielen tiefgreifenden Problemen u.a. in der Metaphysik, Religion, Ethik und Mystik bietet.

Rumis Auswirkungen auf die Literatur, Philosophie, Mystik und Kultur waren überall in Zentralasien und in vielen islamischen Ländern so stark, dass sich bis heute so gut wie alle religiösen Gelehrten, Mystiker, Philosophen und Soziologen mit den Inhalten seiner Werke auseinander setzen. Sein Ziel, die Vereinigung aller Religionen, erscheint dabei im 21. Jahrhundert so aktuell wie vor achthundert Jahren.

Dschelaleddin Rumi [Seine Werke]
Das Mesnevi (oder Mathnawi)
Mesnevi ist der Name einer Gedichtform, deren Ursprung in der klassischen östlichen Literatur liegt. Sollte ein sehr langes Thema oder eine Geschichte in Poesie behandelt werden, wurde häufig die Form des Mesnevi aufgrund der Einfachheit des Reimes gewählt. Ein Beispiel für das Silbenmaß der Mesnevi:
Fâ i lâ tün- fâ i lâ tün- fâ i lün.
Das gleichnamige Werk Rumis ist ein Lehrgedicht in sechs Bänden, das man heute auch als den persischen Koran bezeichnet und das etwa 26.000 Doppelverse umfasst. Um die verschiedenen - oft versteckten - Aspekte des Sufismus und deren Beziehungen zum weltlichen Leben darzustellen, fügte Rumi in seinem Werk überlieferte Erzählungen, Geschichten aus dem Koran, Legenden, Fabeln und Episoden aus dem täglichen Leben zu einem dichterischen Gesamtkunstwerk zusammen. Dabei führt er dem Leser oder Zuhörer immer wieder Probleme, Verwicklungen und Streitigkeiten vor Augen, zeigt damit die Zwiespältigkeit der menschlichen Psyche. Am Ende folgt stets ein Hinweis auf die verborgene göttlichen Weisheit: Rumi führt uns zurück auf das „La ilaha illa'Llah - Es gibt keinen Gott außer Gott“, jenes islamischen Bekenntnis zur Einheit hinter allem Fassbaren.
Bis heute ist das Werk in seiner Ganzheit noch nicht in Deutsche übertragen. Der erste Band und ausgewählte Geschichten sind jedoch im Handel erhältlich:
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Gebundene Ausgabe
287 Seiten
O. W. Barth Bei Scherz
Erscheinungsdatum: 1997
ISBN: 3502610045

Das Mesnevi.

Kurzbeschreibung
Mit diesem Buch liegt zum ersten Mal der vollständige erste Teil des "Mesnevi" von Dschalaluddin Rumi auf deutsch vor. Die sprachliche Kraft Rumis zieht den Leser ebenso in ihren Bann wie die Tiefe seiner Gottesliebe und das Feuer seines Geistes. Auch 700 Jahre nach seiner Entstehung ist das "Mesnevi" eine unmittelbar berührende, nie auszuschöpfende Weisheit weit über die Grenzen des Sufismus hinaus.
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Broschiert
125 Seiten
Herder, Freiburg
Erscheinungsdatum: Mai 1999
ISBN: 345104725X

Der Herrscher und sein Narr. Und andere Geschichten aus dem Mathnawi.

Kurzbeschreibung
Geschichten des berühmten Sufi-Meisters, lebensprall, voller List und verblüffender Lebensweisheit - eine Inspirationsquelle für alle, die sich von einer Weisheit ansprechen lassen wollen, die so eindringlich ist wie die Worte des Schweigenden, gewürzt mit feinem Humor und reichen Sinnbildern.
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Broschiert
382 Seiten
Diederichs München
Erscheinungsdatum: Dezember 1995
ISBN: 3424013048

Von Allem und vom Einen.

Kurzbeschreibung
„Fihi Mâ Fih“ bedeutet ins Deutsche übertragen in etwa „Alles was es gibt ist in Dir“. Dieses Werk besteht aus Diskussionen, die Rumi in verschiedenen Versammlungen der Derwischorden, den sogenannten „madschles“, gehalten hat. Es wird angenommen, dass die Diskussionen von seinem Sohn Sultan Veled in diesem Buch verewigt wurden. Das Werk gilt nicht zuletzt als historisches Zeugnis, da viele politische Ereignisse thematisiert werden. Darüber hinaus führen die mehr als 60 Gedichte den Leser in den Sufismus - die islamische Mystik ein.
Die Liebeslyrik des Rumi
Die Liebeslyrik von Rumi zeichnet sich durch eine reiche, lebhafte Bildsprache aus, die bis heute Leser aus allen Kulturen in ihren Bann zieht. Hier einige Buchtitel, die eine interessante Auswahl bieten:
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Gebundene Ausgabe
143 Seiten
Manesse Verlag
Erscheinungsdatum: 1996
ISBN: 3717581961

Traumbild des Herzens. Hundert Vierzeiler.

Kurzbeschreibung
Die wahrscheinlich schönsten Worte über die Liebe, die je schriftlich festgehalten wurden. Es findet sich viel Wahrheit und Weisheit in diesen wenigen Worten.
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Gebundene Ausgabe
96 Seiten
Kreuz Verlag
Erscheinungsdatum: Februar 2003
ISBN: 378312218X

Tanz meiner Seele. Mystische Texte.

Kurzbeschreibung
Seine Poesie ist voller Bilder der erotischen Liebe, wie die der christlichen Liebesmystiker, und sprengt damit alle Konfessionen. Ein Geschenk für anspruchsvolle Genießer !

Dschelaleddin Rumi [Seine Werke im Überblick]

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