| Autorenporträt |
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1930 in Istanbul geboren, bereitete sich Bilge Karasu als Jugendlicher auf eine Laufbahn als Konzertpianist vor. Doch statt Musiker zu werden, studierte er schließlich Philosophie und wurde einer der wenigen türkischen Sprachphilosophen. Ab 1950 begann er in verschiedenen Literaturzeitschriften zu publizieren, zunächst Gedichte, dann Erzählungen. Als literarischer Übersetzer hat er sich ebenfalls einen Namen gemacht: Aus dem Englischen, Französischen, Italienischen und Spanischen übertrug er anspruchsvolle Werke ins Türkische. Diese Autorenpalette reicht von Shakespeare bis Calvino.
Bilge Karasu wurde, nachdem er im Jahre 1991 in den USA mit dem Pegasus-Preis als bester ausländischer Literat ausgezeichnet worden war, als der ”TÜRKISCHE KAFKA” bezeichnet und gefeiert. Das Große Werk, das er vorhatte zu schreiben, blieb jedoch leider unvollendet, lediglich Fragmente sind uns davon geblieben, die zudem posthum erschienen sind. Denn 1995 starb Karasu nach schwerer Krankheit in Ankara. |
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| Werke |
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Bibliografische Daten
Gebundene Ausgabe 231 Seiten Literaturca Verlag Erscheinungsdatum: April 2001 ISBN: 3935535015
Die Nacht.
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Kurzbeschreibung Als Bilge Karasus’ Hauptwerk gilt der Roman Gece Die Nacht. Um die Achse "Angst-Sprache" baut Karasu diesen experimentellen Roman auf, der eine Meisterleistung der türkischen Literatur ist. Die Besorgnis über die faschistoide Marschrichtung der ganzen Welt war dabei nur ein Teil der Veranlassung zu diesem Roman, denn Karasu verlagerte das Hauptgewicht auf die tiefenpsychologischen Reaktionsketten: Die auf einfache Stimulierung entfesselbare, immergleiche, egoistische Angstreaktion des Menschen, die in ihrer Wiederholung und beliebiger Manipulierbarkeit offensichtlich immer wieder von Diktatoren genutzt werden kann. Angst macht die Menschen anfällig für Abhängigkeiten, Sprache ist oft Träger uralter Vorurteile und sie ist auch ein Mittel der Manipulation. So gesehen ist diese Themenkombination explosiver Stoff, trägt bis heute höchste Brisanz und bleibt aktuell. |
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Bibliografische Daten
Broschiert
Erscheinungsdatum: 2002 ISBN: 3935535058
Der Garten entschwundener Katzen
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Kurzbeschreibung
13 Einzelgeschichten bilden eine ungewohnte Gesamterzählung: 12 sind in eine Rahmenerzählung eingebettet und durch innere Strukturen und Motive miteinander verbunden, die an den unerwartetsten Stellen auftauchen. Die Rahmenerzählung bildet um sie eine Art Sinnesrahmen: Sie wirkt wie ein Spiel, das an mittelalterliche Rätsel erinnert, oder aber sie lässt bekannte Märchen und Mythen assoziieren. Gemeinsam ist den einzelnen Texten, dass die Liebe in ihren merkwürdigsten Erscheinungsformen in ihrem Mittelpunkt steht, die Liebe, die jenseits romantischer Vorstellungen stets dem Tod so nahe ist.
Man könnte diese exotische Erzählung - der Autor nannte sie “Märchen” - als einen sehr interessanten Exkurs in die Welt der Phantasie, als einen Experiment mit geheimnisvollen Inhalten verbuchen. Die klassische Literatur des Abendlandes, ebenso die gesamte, fesselnde Mythologie Asiens bis hin nach Japan, stand bei der Entstehung dieses Buches Pate. So kann man die Geschichten des Katzenliebhabers Karasu als eine fabulierende Lektüre über die Tücken des Lebens, über Begegnungen mit Menschen, Tieren, Ereignissen und Überraschungen sehen und einfach die Klugheit des Autors genießen. Man kann sie aber auch als eine Allegorie lesen, als eine Kette verdeckter Botschaften: Über die “Migration” oder deutlicher noch, über das Verlassen der Heimat, das nicht immer freiwillig geschieht. |
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